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Degus

HERKUNFT, VERWANDTSCHAFT UND LEBEN IN FREIER WILDBAHN

Degus (Octodon degus) tauchten bei uns vermutlich 1975 erstmals als Heimtiere auf und werden seitdem immer bekannter und beliebter. Bei ihrer wissenschaftlichen Entdeckung Mitte des 18. Jahrhunderts hielt man sie für Verwandte der Hörnchen und tatsächlich entspricht ihre Lebensweise der einiger Erdhörnchenarten. Auch wenn Degus gelegentlich „Trugratten“ genannt werden und zur Gattung der Strauchratten gehören, haben sie mit Ratten wenig zu tun. Aufgrund der Anatomie zählte man sie eine gewisse Zeit zu den Meerschweinchenverwandten (Caviomorpha), jedoch inzwischen zu den Stachelschweinverwandten (Hystricognatha).

Degus leben in ihrer Heimat Chile in unterirdischen Gängen und Höhlen, in die sie sich abends und bei Gefahr zurückziehen. Sie ernähren sich vorwiegend von Gräsern, Wurzeln, Samen, Kräutern und Laub. Über pfeifende, zwitschernde und brummende Laute kommunizieren die Tiere mit ihren Artgenossen. Zudem zeigen sie eine interessante Körpersprache. Fremde Sippen werden im eigenen Territorium nicht geduldet und bekämpft. Degus sind Bodenbewohner, denen genügend Laufmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden müssen. Sie sind äußerst aktiv und neugierig.

Die Haarfarbe des wildlebenden Degus ist braun-schwarz meliert mit heller, gelblich-weißer Bauchseite. Der Schwanz ist behaart und mit einer dunklen Quaste versehen. Die Schneidezähne eines ausgewachsenen gesunden Degus sind gelb-orange. Der etwa 15-20 cm (+ 12cm Schwanzlänge) große Nager ist ein sehr geselliges Tier, welches in freier Wildbahn in Gruppen von etwa 5-10 Tieren lebt.

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ÜBERLEGUNGEN VOR DER ANSCHAFFUNG

  • Sind alle Familienmitglieder mit dem Einzug von Degus einverstanden?
  • Degus sind keine Streicheltiere, für Kinder deshalb nur sehr bedingt geeignet.
  • Leben Personen im Haushalt, die allergisch auf Degus bzw. Einstreu, Heu, Blüten o.ä. reagieren könnten?
  • Täglich muss sich jemand um die Tiere kümmern: Futter und frisches Wasser geben sowie auf die Gesundheit der Tiere achten. Regelmäßig muss der Käfig gereinigt werden. Zahme Degus freuen sich auch über Ansprache.
  • Degus können durchschnittlich 4-6 Jahre, nicht selten auch 7-8 Jahre und sogar noch älter werden – ein langer Zeitraum!
  • Degus gelten zwar als tag- bis dämmerungsaktive Tiere, nächtliche Geräusche durch Nagen, Laufrad laufen etc. können jedoch nicht ausgeschlossen werden. Der Käfig sollte nach Möglichkeit nicht in einem Schlafraum stehen.
  • Ein artgerechter Käfig ist in der Anschaffung nicht ganz günstig und erfordert einiges an Platz. Ist der Käfig vorhanden und eingerichtet, sind die laufenden Kosten relativ gering. Eventuell notwendige Tierarztbesuche können allerdings doch ins Geld gehen!
  • Gibt es jemanden, der sich während des Urlaubs zuverlässig um die Tiere kümmert? Aufgrund der nötigen Käfiggröße ist es meistens nicht möglich, die Degus zur Urlaubsbetreuung woanders hinzubringen. Hier müsste die Betreuungsperson ins Haus/Wohnung kommen.
  • Gibt es andere Tiere, insbesondere Hunde, Katzen, Vögel oder Reptilien im Haushalt? Das sollte bei der Auswahl des Käfigs bzw. auch des Standortes mit berücksichtigt werden, damit es nicht zu Unfällen oder Stress bei den Degus kommt.
  • Degus dürfen aufgrund ihres Sozialverhaltens niemals einzeln gehalten werden. Es verstehen sich sowohl männliche als auch weibliche Gruppen. Mehrere Weibchen können auch mit einem kastrierten Männchen zusammenleben. Zu Rangordnungskämpfen kann es allerdings u.U. sowohl bei Weibchen als auch bei Männchen kommen. Die meisten Probleme treten in gemischten Gruppen mit mehr als einem Männchen auf. In Gruppen von drei oder mehr Tieren können die Degus ihr vielfältiges Sozialverhalten am besten ausleben. Nach dem Tod von Partnertieren müssen neue Artgenossen zur Seite gestellt werden. Eine Vergesellschaftung ist dabei nicht immer einfach. Soll die Deguhaltung bei diesem Kreislauf irgendwann aufgegeben werden, ist dies nur verantwortungsvoll möglich, wenn ggf. ein Plätzchen für einzelne Tiere, egal wie alt sie zu diesem Zeitpunkt sind, gefunden wird.

Gibt es bei all diesen Punkten keine Bedenken, steht dem Einzug von Degus eigentlich nichts mehr im Wege!

WOHER BEKOMME ICH MEINE DEGUS?

Inzwischen ist es gar nicht mehr schwer, Degus zu finden. Leider warten immer mehr junge und ältere Degus in Tierheimen und in den Pflegestellen der verschiedenen Deguhilfen auf ein Zuhause. Große Notfälle, teils mit über 100 Vermittlungstieren, traten in den letzten Jahren immer wieder auf und werden häufig von verschiedenen Tierschutzvereinen oder Privatpersonen gemeinsam abgewickelt. Privater (häufig ungewollter) Nachwuchs oder erwachsene Tiere sind zudem in Kleinanzeigen oder auf Vermittlungsplattformen zu finden.

Wir legen ans Herz, Degus aus dem Tierschutz ein Zuhause zu geben.

DIE RICHTIGE UNTERBRINGUNG

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KÄFIG

Degus sind Nagetiere und das mit Leib und Seele. Das sollte unbedingt bei der Käfigwahl beachtet werden. Somit scheiden viele im Handel erhältliche Käfige mit Unterschalen aus Plastik aus.

Was sind also die Alternativen?

In punkto Höhe kommen Aquarien als alleinige Unterbringung nicht in Frage. Aquarien (gibt es oft sehr günstig gebraucht) eignen sich jedoch bei ausreichender Grundfläche als Grundlage für einen Selbstbaukäfig.
Terrarien in entsprechender Größe sind meist teuer, aber sehr schön anzusehen. Bei der Einrichtung muss man aufgrund fehlender Befestigungsmöglichkeiten etwas kreativer sein. Zudem ist eine gute Belüftung in Terrarien sehr wichtig. Die eingebrachten Lüftungsgitter müssen stabil genug sein. Aluminium wird von Degus beispielsweise leicht durchgenagt. Einige im Handel erhältliche sogenannte Vogel-, Chinchilla- oder Streifenhörnchenvolieren können, falls sie die erforderlichen Mindestmaße und eine praktikable Anordnung der Türen aufweisen, durch das Einziehen von Volletagen nachgerüstet werden. Hier muss jedoch darauf geachtet werden, dass kein Plastik verarbeitet wurde und die Gitterabstände nicht zu groß sind.

Eine Alternative dazu sind Volieren, die von spezialisierten Volierenbauern nach Wunsch angefertigt werden. Wer ein wenig handwerkliches Geschick hat, kann selbst einen Käfig bauen. Anregungen hierzu kann man sich auf diversen Internetseiten holen. Als Bodenbewohner laufen Degus sehr gerne, können zumindest in jungen Jahren aber auch relativ geschickt klettern und sind insgesamt sehr aktiv. Wir empfehlen daher als Mindestgröße für 2 bis 3 Degus einen Käfig von 120 x 50 x 100 cm (LxBxH oder HxBxL). Dieser sollte idealerweise mit 1-2 Volletagen ausgestattet werden. Für jedes weitere Tier schlagen wir eine Erhöhung der Grundfläche um mind. 20 % vor. Doch wer gibt sich schon gerne mit „Mindestmaßen“ zufrieden? Gönnen Sie Ihren Tieren am besten direkt ein größeres Zuhause.

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STANDORT

Degus sind zwar in ihrer Heimat überwiegend tagaktiv, als Heimtiere halten sie sich jedoch selten daran – aktive Phasen wechseln sich mit Ruhephasen ab, ob Tag oder Nacht. Im Schlaf- und Kinderzimmer sind sie also kleine Störenfriede.

Lärm, Zigarettenrauch und Zugluft schaden den Tieren und sind zu vermeiden. Der Käfig sollte zudem vor eventuellen Feinden (Katzen o.ä.) geschützt werden. Direkte Sonneneinstrahlung im ganzen Käfig kann zu einem Hitzschlag führen (im Sommer generell auf Hitze achten). Fällt die Sonne jedoch nur auf einen kleinen Teil des Käfigs, genießen die meisten Degus ein Sonnenbad sehr.

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EINRICHTUNG & ZUBEHÖR

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Neben verschiedenen Brettern als Sitzmöglichkeiten brauchen Degus viel Abwechslung im Käfig. Äste zum Nagen, Wurzeln, Ton- oder Pappröhren, Tontöpfe, Korkrinden, Bambusrohre und größere Steine sind nur ein paar Beispiele für eine abwechslungsreiche Käfigeinrichtung. Korkröhren z.B. kann man als zusätzliche Versteck- oder Sitzmöglichkeit aufhängen. Ganz wichtig, Plastik hat im Käfig nichts zu suchen!

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Eine oder mehrere Trinkflaschen bzw. ein gut stehender Wassernapf sind ein Muss im Deguheim, während Futternäpfe nicht von allen Haltern verwendet werden – manche streuen das Futter einfach in den Käfig. Degus sind oft sehr futterneidisch und verteidigen einen Napf vehement. Daher sollten bei mehreren Tieren auch mehrere Näpfe zur Verfügung stehen bzw. das Futter an verschiedenen Stellen im Käfig verteilt werden. Als Einstreu eignet sich handelsübliche Kleintierstreu (Hobelspäne) ohne Duftzusätze, Leinenstroh oder auch Hanfstreu. Stroh und Heu sind zum Nestbau sehr beliebt. Außerdem können unbedrucktes und unparfümiertes Toilettenpapier, Taschentücher o.ä. angeboten werden.

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Ein Sandbad (z.B. Chinchilla- oder feiner Quarzsand) in einem standsicheren, geräumigen Gefäß ist wichtig für die Körperpflege der Tiere. Laufräder oder Laufteller bieten den Degus eine Möglichkeit, überschüssige Energien oder Stress abzubauen. Bei der Auswahl ist auf eine geschlossene Lauffläche und einen Mindestdurchmesser von 30 cm zu achten. Zusätzlich dürfen Laufräder keinen Schereneffekt aufweisen, da dieser zu schweren Verletzungen führen kann.

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EINGEWÖHNUNG

Neu eingezogene Degus sind oft noch sehr scheu. Es ist sinnvoll, ihnen Zeit zu geben und sich besonders in den ersten Tagen in der Nähe des Käfigs ruhig und leise zu verhalten. Dem Degu ist bis heute sein Wildtiercharakter erhalten geblieben. Von daher sollte unnötiges Greifen vermieden werden. Andernfalls läuft der Halter Gefahr, sich schmerzhafte Bisswunden einzufangen oder das Tier zu verletzen (die Schwanzhaut reißt relativ leicht ab und wächst auch nicht wieder nach!).

Das Zauberwort in Sachen Eingewöhnung und Vertrauensaufbau heißt eindeutig „Geduld“. Die meisten Degus kommen früher oder später von selbst neugierig auf den Menschen zu. Es gibt auch geradezu aufdringliche Exemplare, die den Menschen sofort als Klettergerüst für sich beanspruchen.

Damit die Tiere Vertrauen fassen, kann man sich häufig an den Käfig setzen und leise mit ihnen sprechen. Schnelle Bewegungen sollten dabei vermieden werden. Nach einigen Tagen können auch die Hand oder der Arm in den Käfig gelegt werden. Unnötiges Anfassen, insbesondere Umgreifen der Tiere sind dabei zu vermeiden, da Degus Fluchttiere sind und häufig mit Angst reagieren (Greifvögel sind natürliche Feinde der Degus). Vorsichtig können die Tiere aus der Hand gefüttert werden, bis sie langsam etwas Vertrauen aufgebaut haben. Oft beginnen die Degus irgendwann neugierig auf die Hand oder auch am Arm des Halters hochzuklettern. Es gibt jedoch auch viele
Tiere, die nie richtig zahm werden.

PFLEGE

Degus riechen normalerweise kaum, wenn der Käfig regelmäßig gereinigt wird. Wie häufig eine Käfigreinigung erfolgen muss, hängt von der Käfiggröße sowie der Anzahl der Degus ab. Ideal ist es, bereits beim Käfig- oder Etagenbau auf abtrennbare Käfigabteile zu achten. Dies ist nicht nur bei Krankheits- oder Vergesellschaftungsfällen von Vorteil, sondern kann auch bei der Käfigreinigung helfen, da das Herausfangen scheuer Degus für Mensch und Tier sehr stressig sein kann. Doch auch für zahme Tiere bedeutet die Reinigung und ein Umgebungswechsel häufig große Aufregung. Eine Unterbringung außerhalb, z.B. in einer Transportbox, sollte daher ein Ausnahmefall sein.

Nach der Entfernung der Einstreu etc. kann der Käfig mit Wasser und einem Schwamm ausgewischt werden. Scharfe Reinigungsmittel dürfen dabei nicht verwendet werden. Hartnäckige Beläge durch Urin lassen sich gut mit Essigwasser oder Zitronensäure entfernen. Eine zu gründliche Reinigung kann in instabilen Gruppen auch zu Rangkämpfen oder zu einem noch ausgeprägteren Markierverhalten führen. Täglich sollten Wasserschalen oder Trinkflaschen ausgewaschen und neu gefüllt werden. Übrig gebliebenes Gemüse sollte am nächsten Tag aus dem Käfig genommen werden, da es leicht verdirbt. Der Badesand der Degus muss ausgetauscht werden, falls er mit Urin durchnässt sein sollte. Feuchter Sand kann das Fell nicht pflegen. Bei Verschmutzungen durch Kot oder Einstreu kann der Sand durchgesiebt werden. Bei der täglichen Beschäftigung mit den Tieren lässt sich auch gut der Gesundheitszustand beurteilen. Worauf dabei zu achten ist, kann im Kapitel Krankheiten nachgelesen werden.

ERNÄHRUNG

 

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Degus ernähren sich in freier Wildbahn von Gräsern, Wildkräutern, Blüten, Strauchblättern und Wildsamen. Ihr Verdauungstrakt hat sich an diese Ernährung angepasst, was auch bei der Fütterung berücksichtigt werden muss.
Deshalb sollte Degufutter auch aus Gräsern (Heu sollte immer zur Verfügung stehen), Kräutern, Blüten, Strauchblättern und diversen Öl- sowie in geringerem Anteil Mehlsaaten bestehen. Geeignetes fertig zusammengestelltes Futter gibt es leider kaum im Handel. Von Frühjahr bis Herbst kann man viele Futterpflanzen auf Wiesen oder im Garten finden, z.B. Gräser, Löwenzahn, Spitzwegerich, Gänseblümchen, Klee, Ringelblumen, Rucola, belaubte Obstbaumäste, Hasel, Weide oder Birke. Auch Gemüse wie Blattgemüse, Paprika, Tomaten, Chicorée, Gurke, ungespritzte Karotten mit deren Grün, Kohlrabiblätter uvm. kann in kleinen Mengen angeboten werden. Ebenfalls beliebt sind Küchenkräuter, v.a. Basilikum, Dill und Petersilie. Achtung, durch bestimmte Futterbestandteile (Rote Beete, Apfelbaumäste, Karotten etc.) kann sich der Urin der Degus rötlich färben und muss dann nicht zwingend ein Zeichen für eine Erkrankung sein. Calciumreiche Futtermittel (bspw. Löwenzahn, Brennessel und Küchenkräuter) hingegen führen zu weißen Ablagerungen. Tiere, die kein Grünfutter gewohnt sind, müssen vorsichtig mit kleinen, sich langsam steigernden Mengen herangeführt werden. Wer nicht selber sammeln möchte, kann diese und weitere geeignete Pflanzen in getrockneter Form in Online-Shops bestellen. Hasel- und Walnüsse sollten am besten mit Schale angeboten werden und bilden so eine interessante Abwechslung im Degukäfig. Größere fettreiche Samen wie Kürbiskerne und Sonnenblumenkerne (ebenfalls mit Schale) können hin und wieder als Leckerli gereicht werden.
Getreide, egal in welcher Form, gehört nicht auf den regulären Speiseplan von Degus. Auch Fruchtzucker steht im Verdacht, Diabetes zu begünstigen, weshalb Früchte generell nicht verfüttert
werden sollten.

Das Spektrum an geeigneten Futterpflanzen ist groß, so dass die Mischungen auch gelegentlich variiert und an die Vorlieben der Degus angepasst werden können. Eine geeignete Informationsquelle zum Thema degugerechte Ernährung sowie eine verlässliche Referenz zur Verfütterbarkeit von Pflanzen ist Degupedia (http://www.degupedia.de).

Da sich ständig neue Erkenntnisse ergeben, was die am besten geeignete Ernährung für Degus angeht, ist es ratsam, sich im Internet regelmäßig nach neuen Standpunkten und Empfehlungen umzusehen und das eigene Futterangebot gegebenenfalls anzupassen.

Wasser muss den Tieren jederzeit zur Verfügung stehen.

Blätter-Kräuter-Blüten:
z.B. Haselnussblätter, Apfelbaumblätter, Birnbaumblätter, Weidenblätter, Pfirsichbaumblätter, Himbeerblätter, Rotklee, Löwenzahn, Labkraut, Spitzwegerich, Klee, Giersch, Zaunwinde, Knoblauchsrauke, Brennnessel, Frauenmantel, Kapuzinerkresse, Hirtentäschel, Rosenblütenblätter, Gänseblümchen, Flockenblumen, Kamille, Hundskamille, Schafgarbe, Nachtkerze, Ringelblumen, Kornblumen, Straucheibisch, Birkenblätter, Lindenblätter und -blüten, Weißdornblätter und -blüten, Erdbeerblätter, Brombeerblätter, Malvenblätter und -blüten, Pfefferminzblätter, Sonnenhut, Wegwarte, Vogelmiere, Taubnessel, Salbei, Thymian, Rosmarin, Kerbel, Petersilie, Basilikum,
Sonnenblumenblüten, Heublumenblüten, Hibiskusblüten.

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Saatenmischung:
z.B. Kohlsamen, Sesam, Leinsamen, Negersaat, Rübsen, Mariendistelsaat, Buchweizen, Kardisaat, Spitzsamen, Spinatsamen, diverse Hirsesorten, diverse Grassamen, Rotkleesamen, Hanfsaat, Luzernesamen, Darisamen, Dill, Milosaat, Quinoa, Amaranth, Koriander, Fenchel, (Schwarz)Kümmel, Bockshornklee

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NACHWUCHS IM DEGUHEIM

Degunachwuchs mag unheimlich süß sein, dennoch möchten wir davon abraten, unkastrierte Pärchen zu halten. Die Vermittlung von jungen Degus ist häufig gar nicht so einfach und in Tierheimen, den Deguhilfen sowie über Kleinanzeigen suchen bereits viele Degus dringend nach einem guten Zuhause. Schon im Alter von etwa 6 Wochen (Weibchen) bzw. drei Monaten (Männchen) sind Degus geschlechtsreif. Durchschnittlich kommen 4-6 Jungtiere nach einer Tragzeit von etwa 90 Tagen zur Welt, es können aber auch 12 Jungtiere sein. Ob ein Weibchen tatsächlich trächtig ist, kann, wenn überhaupt, erst in den letzten Wochen vor der Geburt erkannt werden. Die Mutter kann sofort nach der Geburt wieder gedeckt werden. Eine Dauerträchtigkeit ist jedoch für Weibchen sehr Kräfte zehrend und sollte daher unbedingt vermieden werden. Degunachwuchs kommt bereits weit entwickelt zur Welt und erkundet schon nach wenigen Tagen den Käfig. Aus diesem Grund ist es wichtig, mögliche Gefahrenquellen zu beseitigen. Dazu gehören die Sicherung von potentiellen Absturzstellen, die Herausnahme des Laufrades sowie die Sicherung des Wassernapfes. Nach spätestens sechs Wochen sind die Jungtiere normalerweise entwöhnt und selbständig. Ab diesem Alter können sie von der Mutter getrennt werden. Besser wäre es jedoch, sie noch 1-2 Wochen länger im Familienverband zu belassen.

GESCHLECHTERUNTERSCHEIDUNG

Bevor neue Degus einziehen, sollte genau auf die Geschlechterunterscheidung geachtet und lieber zweimal kontrolliert werden. Eigentlich ist die Unterscheidung nicht so schwer, aber selbst Tierpflegern und erfahrenen Haltern kann mal ein Fehler unterlaufen.

Beim ausgewachsenen weiblichen Degu ist der Abstand zwischen Harnröhrenzapfen und After gering, er beträgt wenige Millimeter. Beim Männchen dagegen liegt er etwa bei einem Zentimeter, der dazwischenliegende Bereich trägt eine Hautfalte in Längsrichtung. Beim Weibchen ist zudem bei genauerem Hinsehen die Scheidenöffnung unter dem Harnröhrenzapfen querliegend erkennbar. Sie öffnet sich allerdings nur während der Paarungsbereitschaft und ist ansonsten fest verschlossen.

KASTRATION

Die Kastration von männlichen Degus ist möglich, doch wie immer ist eine Operation nicht ganz ohne Risiko. Wir empfehlen eine Kastration daher nur dann, wenn keine andere Möglichkeit besteht. Kastrationen sollten von einem erfahrenen Tierarzt durchgeführt werden. Nach der Kastration sollte das Männchen noch etwa 6 Wochen (durch ein Gitter) von den Weibchen getrennt bleiben, da es im Extremfall noch so lang zeugungsfähig bleiben kann. Eine Ausnahme bilden Männchen, die vor der Geschlechtsreife kastriert werden. Diese können direkt zu den Weibchen zurück gesetzt werden.

VERGESELLSCHAFTUNG VON FREMDEN DEGUS

Wie bereits erwähnt, dürfen Degus keinesfalls alleine gehalten werden. Bei Streit in der Gruppe oder dem Versterben von Tieren geht es leider nicht ohne eine Vergesellschaftung. Dafür gibt es verschiedene Methoden, von denen wir besonders die Trenngittermethode hervorheben möchten. Diese stellen wir im Merkblatt „Hinweise zur Vergesellschaftung“, das im Downloadbereich unseres Internetauftritts abrufbar ist, detaillierter vor. Gerne stehen auch unsere Ansprechpartner, die ebenfalls dort zu finden sind, bei Fragen zur Seite. Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinweisen, dass fremde Tiere keinesfalls einfach zusammengesetzt werden dürfen, da es hierbei zu erbitterten Kämpfen mit schlimmen Verletzungen kommen kann. Eine Zusammengewöhnung benötigt Fingerspitzengefühl, Platz, Zeit und manchmal auch viel Geduld. Nur in Einzelfällen gibt es hier „Liebe auf den ersten Blick“.

KRANKHEITEN

Ein gesunder Degu ist schlank und agil, hat klare und offene Augen und eine trockene Nase. Das Fell ist glatt und glänzt, die Krallen sollten nicht wesentlich länger als die Fußbehaarung sein. Die Zähne sind gelb-orange, nicht zu lang und sollten gerade wachsen.

Da Degus Krankheiten lange verstecken können, kann eine regelmäßige Gewichtskontrolle, optimalerweise wöchentlich, bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes helfen. Hierzu können die Degus mit Leckerlis einzeln auf eine Küchenwaage gelockt werden.

Bei vielen Krankheiten ist schnelles Handeln erforderlich. Daher bei Durchfall, Gewichtsabnahme, apathischem Verhalten, Verweigerung von Futter- oder Wasseraufnahme, verklebten Augen, hörbaren Atemgeräuschen, Lähmungen etc. so rasch wie möglich einen Tierarzt aufsuchen! Es ist sinnvoll, bereits zu Beginn der Deguhaltung eine Kleintierpraxis oder Tierklinik zu suchen, um im Ernstfall keine Zeit zu verlieren. An Wochenenden/Feiertagen gibt es auch Notdienste.

Bei Degus kommt es vergleichsweise häufig zu Linsentrübungen. Die Pupille wirkt durch die Linsentrübung (= Katarakt, grauer Star) milchig. Eine wirksame Behandlungsmethode ist bisher nicht bekannt. Betroffene Tiere können meist nur noch Licht und Schatten erkennen, sind dadurch jedoch normalerweise nicht sehr eingeschränkt und gewöhnen sich schnell daran. In vielen Fällen haben Degus mit Linsentrübung eine ganz normale Lebenserwartung. Ein Besuch beim Tierarzt, insbesondere um die Trübung von einer Verletzung oder einer anderen behandlungsbedürftigen Ursache zu unterscheiden, wird aber dennoch angeraten.

Die große Angst, dass der Linsentrübung ein Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit”) zu Grunde liegen könnte, ist glücklicherweise nur selten begründet. Zwar finden sich gerade in der älteren Literatur dazu einige Hinweise, doch die Erfahrungen der letzten Jahre widersprechen dem früher vermuteten Zusammenhang sehr deutlich. Die richtige Ernährung spielt bei der Entstehung einer Linsentrübung auch unabhängig davon jedoch eine gewisse Rolle.

Als Folge falscher Ernährung, Veränderung der Zahnstellung im Alter oder auch z.B. bei angeborenen Ursachen, kann es zu Zahnerkrankungen kommen. Anzeichen können entfärbte Schneidezähne, eine verlangsamte oder selektierte Nahrungsaufnahme, erhöhter Speichelfluss und/oder verklebte Pfoten sein. Auch tränende Augen und Atemgeräusche können auf Zahnprobleme, in diesem Fall besonders auf die Wurzeln bezogen, hindeuten. Ein geübter Halter kann zwar die vorderen Zähne auf Auffälligkeiten hin kontrollieren, doch gerade die Backenzähne und manchmal auch auftretende Verletzungen der Zunge oder Mundschleimhaut müssen von einem Tierarzt eingeschätzt und ggf. behandelt werden. Je nach Erfahrung des Tierarztes und Verhalten des Degus wird eine solche Kontrolle und Behandlung mit oder ohne Narkose (meist eine kurze und gut zu verkraftende Gasnarkose) durchgeführt. Unter Umständen ist ergänzend auch eine Röntgenaufnahme zur Einschätzung erforderlich.

Gerade bei Degus, die bereits in der Vorgeschichte Zahnprobleme hatten, sollte das Gewicht regelmäßig überprüft und notiert werden, um darüber rechtzeitig Hinweise auf Auffälligkeiten zu erhalten. Auch bei allen anderen Degus ist die Beobachtung des Gewichtes eine sinnvolle Ergänzung zur üblichen Betrachtung des sonstigen Gesundheitszustandes.

INTERNETSEITEN

http://www.degus-online.de
http://www.degupedia.de
http://www.deguhilfe-sued.de

Degu-Ratgeber der Deguhilfe Süd e.V. – Download

LITERATUR
Stefan Gumnior: Degus Biologie, Haltung, Zucht; NTV
Anja Ewringmann & Barbara Glöckner: Leitsymptome bei Meerschweinchen, Chinchilla und Degu.
Diagnostischer Leitfaden und Therapie; Enke
Dagmar Lorenz & Sabine Götz: Ein tiergerechtes Deguheim. Was Degus wirklich brauchen;
Rodentia Nr. 64
Sabine Götz & Dagmar Lorenz: Das selbst gebaute Deguheim. Mit handwerklichem Geschick
zum perfekten Zuhause; Rodentia Nr. 66
Dagmar Lorenz & Sabine Götz: „Schöner wohnen“ für Degus – Einrichtungstipps für die munteren
Südamerikaner; Rodentia Nr. 70

(c) Text und Bilder Deguhilfe Süd e.V.

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