Kastration

Warum man Kaninchen kastrieren sollte

Wie bei Hunden und Katzen ist es sehr empfehlenswert auch Kaninchen kastrieren zu lassen.
Es verhindert nicht nur ungewollte Schwangerschaften, sondern sorgt auch für ein längeres und gesünderes Leben.

Wenn du schon mehrere Kaninchen besitzt oder dir Kaninchen zulegen möchtest, solltest du dich zeitnah mit dem Thema Kastration auseinandersetzen. Dieses Thema ist auf den erst Blick vielleicht unangenehm, da es natürlich auch mit Aufwand und Kosten verbunden ist, doch möchten wir dir hier die vielen Vorteile für deine Kaninchen und auch für dich aufzeigen, welche eine Kastration mit sich bringen. Denn es gibt deutlich mehr Vorteile, als nur das Vermeiden von Nachwuchs.

Was ist eine Kastration bei Kaninchen eigentlich genau?

Eine Kastration bei einem Kaninchen ist die operative Entfernung der Keimdrüsen des weiblichen oder männlichen Kaninchens. Beim männlichen Kaninchen wird dabei der Hoden und beim weiblichen Kaninchen die Eierstöcke entfernt.

Neben der Katration gibt es noch die Sterilisation. Diese dient der Zeugungsunfähig. Dabei werden beim weiblichen Kaninchen die Eileiter abgebunden. Die Eizellen, welche in den Eierstöcken heranreifen, können so nicht in die Gebärmutter gelangen und sich dort einnisten. Die Gebärmutter birgt allerdings einige gesundheitliche Risiken auf die wir später noch näher eingehen werden.

Kastration gegen gewolltes und ungewolltes Vermehren

Das erste wobei man bei einer Kastration denkt ist die Zeugungsunfähig. Dies ist natürlich relevant, wenn männliche und weibliche Tiere zusammengehalten werden. Doch gibt es noch weitere Gründe, welche für eine Kastration sprechen. Diese werden wir euch im Folgenden näherbringen.

Unerwünschte Kaninchen sind oft auf sich allein gestellt, denn sie werden einfach ausgesetzt, wo ihnen der Hungertod droht, denn domestizierte Kaninchen können in der Wildnis nicht überleben!

Tierheime und Tierschutzorganisationen sind überlaufen. Sie können den vielen abgegebenen und ausgesetzten Kaninchen nicht mehr gerecht werden. So viele Kaninchen können nicht dauerhaft artgerecht untergebracht werden, denn dafür fehlen auch oft die finanziellen Hilfen. Zudem ist es sehr schwer artgerechte Endplätze für die Tiere zu finden.

Kaninchen werden zu tausenden in privaten Haushalten, von Züchterin und im großen Stil für Zoohandlungen vermehrt und das oft unter schlimmsten Bedingungen. Dies macht es denn Kaninchen in Tierheimen und Pflegestellen sehr schwer ein neues Zuhause zu finden. Denn den Vermehrern ist es egal wo ihre Kaninchen am Ende landen und gehalten werden. Für sie zählt der Gewinn. Die Beratung ist meistens mangelhaft oder gar nicht vorhanden. Viele Halter sind dann mit der Haltung überfordert oder dem Kind wir das Kaninchen bald zu langweilig. Diese Kaninchen findet man oft in Kleinanzeigen wieder oder auch in einem Karton bei den Müllcontainern. Oft Enden diese Kaninchen auch als Schlangenfutter. Ein paar weniger schaffen es in ein glückliches Zuhause.

Eine Kastration ist vorteilhaft für die Gesundheit
Das Risiko einer Krebserkrankung der Fortpflanzungsorgane weiblicher Kaninchen wird durch eine Kastration deutlich verringert. Das gleiche gilt auch für männliche Kaninchen.

Vermeidung von Gebärmuttererkrankungen
Weibliche Kaninchen werden am häufigsten Kastriert, um das Risiko für eine Gebärmuttererkrankung wie zum Beispiel Gebärmutterkrebs zu senken. Durch eine Kastration im jungen Alter (ab dem 6. Monat) kann man eine Gebärmuttererkrankung vermeiden, da diese meistens ab einem Alter von zwei Jahren auftreten.

Vermeidung von Brustdrüsenerkrankungen
In Verbindung mit Gebärmutterkrebs treten oft auch Brustdrüsenerkrankungen auf. Durch eine Kastration des Weibchens kann also auch das Risiko dieser deutlich verringert werden.

Vermeidung von Hodenerkrankungen
Diese treten zwar seltener auf, als Erkrankungen beim Weibchen, dennoch kann eine Kastration das Risiko einer Hodenerkrankung des männlichen Kaninchens stark senken.

Eine Kastration reduziert die Wahrscheinlichkeit destruktiver Verhaltensweisen
Du wirst nicht nur erfahren, dass deine Kaninchen viel ruhiger werden, du wirst auch feststellen, dass sie anhänglicher werden und zutraulicher. Sie können sich besser entspannen, da der natürliche Drang fehlt sich vermehren zu müssen.

Als Beutetiere sind Kaninchen in der Natur darauf angewiesen sich vielzählig zu vermehren und dadurch ihre Anzahl zu ergänzen. Unsere domestizierten Kaninchen haben diesen natürlichen Instinkt auch. Durch eine Kastration können sie sich besser entspannen, da der natürliche Drang fehlt sich vermehren zu müssen. Dieser Drang löst bei den Tieren Stress aus, wenn sie diesen nicht befriedigen können.

Kastration kann auch destruktive Verhaltensweisen wie Nagen oder Graben reduzieren. Obwohl du als Halter deinen Kaninchen die Möglichkeit bieten musst seinen natürlichen Verhalten nachzugehen. Daher musst du ihnen permanenten Zugang zu Heu und Stroh bieten. Ergänzend eignet sich eine Buddelkiste sehr gut, damit auch der Drang zu Graben befriedigt werden kann.

Zudem werden eventuell durch Sexualhormone verursachte Aggressionen gemindert, wie zum Beispiel Knurren, Beißen oder das Kämpfen mit anderen Kaninchen und Tieren, wie zum Beispiel der Hauskatze. Dieses aggressive Verhalten richtet sich auch oft gegen den Halter.
Dieses Verhalten kann für andere Kaninchengefährten böse enden, wenn sie z.B. durch Bisse verletzt werden. Dieses Verhalten tritt mit der Geschlechtsreife auf.

Eine Kastration hilft außerdem gegen das Markieren des Reviers in der Wohnung oder im Gehege.
Darüber hinaus werden weiblichen Kaninchen zahlreiche Scheinschwangerschaften erspart, die sowohl emotional und körperlich extrem belastend sind, da sie z.B. ihr Fell auszupfen, um ein Nest zu bauen. Sie stehen dann unter enormen hormonellen Druck.

Kastrierte Kaninchen können besser vergesellschaftet werden
Kaninchen leben in der Natur im Familienverbund und benötigen daher auch in der Haustierhaltung dringend einen Partner. Da Kaninchen am besten in einer gemischtgeschlechtlichen Paarhaltung oder Gruppenhaltung harmonieren sollten alle Tiere kastriert sein. Die Haltung mit unkastrierten Tieren in der Gruppe kann durch sexuelle, aggressive und territoriale Verhaltensweisen sehr schwierig werden.

Eine Kastration ist nur ein geringes Risiko
Heute ist eine Kastration eines Kaninchens für die meistens Tierärzte ein Routineeingriff, es stellt für das Kaninchen kein hohes Risiko mehr da. Wie bei jedem operativen Eingriff ist eine Anästhesie immer mit einem Risiko verbunden. Dieses ist aber heutzutage nicht mehr so groß wie vor paar Jahren noch. Trotzdem solltest du nach einem Tierarzt suchen, welcher Erfahrung mit Kaninchen hat.

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