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Mittelhamster

SYSTEMATIK 

Ordnung: Nagetiere (Rodentia) 

Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha) 

Familie: Langschwanzmäuse (Muridae) 

Unterfamilie: Hamster (Cricetinae) 

Gattung: Mittelhamster (Mesocricetus)

ARTEN 

Die in der Heimtierhaltung vorkommenden Mittelhamster sind syrische Goldhamster. Diese gibt es in verschiedenen Farben und auch mit langem Fell (Teddyhamster).

STECKBRIEF

Syrische Goldhamster (Mesocricetus auratus)

Größe: 15 – 19 cm
Gewicht: 80 – 160 Gramm
Alter: 2 – 4 Jahre

Herkunft: Der syrische Goldhamster bewohnt ein relativ kleines Grenzgebiet zwischen Syrien und der Türkei. Hauptsächlich leben diese in der Hochebene Aleppo im Norden Syriens.

EIGNUNG 

Diese Tiere sind zwar relativ klein, ihre Ansprüche sind jedoch nicht zu unterschätzen. Werden diese Ansprüche erfüllt ist die Haltung jedoch unkompliziert und man kann sich gut mit den Tieren beschäftigen. Mittelhamster sind weniger gut für Kinder geeignet, da sie einen sehr zierlichen Körperbau haben und außerdem nur nachtaktiv sind. Dadurch wird das Kind den Mittelhamster wohl eher selten zu Gesicht bekommen. Das Wecken am Tage bedeutet großen Stress für das Tier und kann das Leben verkürzen, deshalb darf ein  Hamster nur für unvermeidliche Situationen geweckt werden, zum Beispiel für einen Tierarztbesuch. Sollte ein Tier für ein Kind angeschafft werden, dann muss einem klar sein, dass immer die Eltern die Verantwortung tragen müssen, das heißt auch spontan zum (Notfall-)Tierarzt zu fahren und für eine artgerechte Haltung zu sorgen.

HALTUNG

Syrische Goldhamster sind in ihrer natürlichen Umgebung Einzelgänger und treffen sich nur zur Paarung.

Deshalb müssen Mittelhamster auch in der Heimtierhaltung einzeln gehalten werden!

ANSCHAFFUNG

Wir raten deutlich davon ab Tiere aus einem Zoofachhandel oder ähnlichem zu kaufen. Diese Tiere stammen meistens aus Massenproduktionen, unseriösen Zuchten oder privaten unkontrollierten Vermehrungen. Die Voraussetzungen unter denen die Tiere gezüchtet werden sind in der Regel nicht artgerecht und auch die Tiere können in der Heimtierhaltung Schwierigkeiten machen. Ein Beispiel ist das zu frühe Trennen von den Elterntieren. Dadurch konnten wichtige Verhaltensweisen, wie zum Beispiel das soziale Miteinander, nicht genügend erlernt werden. Kauft man Tiere aus diesen Quellen, unterstützt man diese tierquälerischen Praktiken.  

Weitere Informationen zu dieser Thematik: 

http://gegen-zooladekaeufe.cms4people.de/  

In Tierheimen oder bei Tierschutzorganisationen warten viele Mittelhamster auf ein neues Zuhause. Auch erhält man hier eine kompetente Beratung und gute Tipps. 

Anschaffungs- laufende Kosten

Anschaffungskosten   Laufende Kosten je Monat  
       
Zwerghamster (Preis/Schutzgebühr): 5-15€ pro Tier Futter und Einstreu: ab 8€
Gehege:      
Eigenbau/Aquarium: ab 100€ unregelmäßige Kosten:  
artgerechte Gehege aus dem Handel meistens nicht vorhanden Tierarztbesuch (je nach Diagnose und Behandlung, sowie Region): 10€ – 100€
Einrichtung: ab 70€ Eine Rücklage für den Tierarztbesuch sollte immer vorhanden sein! 100€
Einstreu: ab 5€    
Futtermischung: ab 5€    

Transport 

Häufig dürfen Mittelhamster nicht aus ihrem Gehege entnommen und transportiert werden. Bei der Anschaffung oder anstehenden Tierarztbesuchen ist dies allerdings unumgänglich. Mittelhamster sollten so spät wie möglich transportiert werden, am besten, wenn der Mittelhamster wach ist. Optimal wird der Mittelhamster in ausbruchssicheren Transportboxen transportiert, dafür eignen sich besonders gut Faunaboxen. Diese darf nicht zu klein sein und wird am besten hoch mit der Einstreu aus dem Gehege eingestreut. Heu und eine Klopapierrolle dienen als Versteckmöglichkeit und ein paar Körnchen und Leckerchen als Ablenkung. Für die  Wasserversorgung kann ein Stück Gurke in die Transportbox gelegt werden.  

Eingewöhnung 

Das Gehege sollte vor der Ankunft fertiggestellt sein. Die Transportbox wird am besten in den Käfig gelegt, mit der Öffnung zur Seite. Das Tier bitte danach alleine lassen, es wird die Transportbox selbstständig verlassen, wenn es sich sicher fühlt. Der Mittelhamster sollte sich nun ein paar Tage eingewöhnen. Verhält sich das Tier sicherer und neugierig, dann kann man mit ein paar Leckerchen sich mit ihm langsam anfreunden.  

GEHEGE  

Gitterkäfig:

Die meisten Gitterkäfige sind nicht für die Haltung von Mittelhamstern geeignet. Sie sind in der Regel zu klein, ausreichend große Gitterkäfige sind schwer zu finden und kosten im Vergleich zu anderen Gehegen viel mehr Geld. Die Plastikwanne ist oft viel zu niedrig, um hoch genug einzustreuen. Beim Buddeln und Graben fällt Streu durch das Gitter und verunreinigt die Umgebung. Die Gitterstäbe werden oft angenagt, was ungesund sein kann und laut ist. Die Tiere klettern an den Gittern hoch und lassen sich fallen, was ein erhöhtes Verletzungsrisiko mit sich bringt.  Durch die Gitter ist die Sicht auf das Tier stark eingeschränkt. Damit das Tier nicht entwischt, darf der Gitterabstand nicht größer als 0,8 cm betragen. Daher sind übliche Meerschweinchen/Kaninchenkäfige nicht geeignet!  

Aquarien: 

Aquarien eignen sich sehr gut für die Haltung. Man kann hoch einstreuen und es fliegt auch keine Einstreu heraus. Das Tier kann sich nicht verletzen und keine Gitter annagen. Wenn das Aquarium nicht höher als breit ist, dann ist auch eine gute Luftzirkulation gewährleistet. Eine Abdeckung ist nicht unbedingt nötig, wenn darauf geachtet wird, dass der Hamster nicht herausklettern kann, diese Fähigkeit darf man nicht unterschätzen, denn Hamster haben sehr kräftige Vorderpfoten und können sich gut damit hochziehen. Bei Kindern und anderen Tieren, welche sich frei in der Wohnung bewegen ist ein Deckel notwendig.

Terrarien: 

Diese sind aufgrund der mangelnden Belüftung nicht geeignet. Auch kann oft nicht hoch genug eingestreut werden, da die Streu aus den Türen herausfliegt, wenn diese geöffnet werden. Anders als beim Aquarium kann man von vorne in das Gehege greifen, dadurch fühlt sich das Tier nicht bedroht.  

Eigenbau/Nagerschrank: 

Bei Eigenbauten muss beachtet werden, dass hoch eingestreut werden kann, der Luftaustausch gewährleistet ist und die Einrichtung gut hineinpasst. Sie können sehr einfach selbst gebaut werden und sind im Vergleich zu den anderen Varianten günstig. Anleitungen zum Bau eines Eigenbaus findet man im Internet. Aber auch wir können bei der Planung behilflich sein.  

Größe 

Für einen Mittelhamster empfehlen wir eine Gehegegrundfläche von mindestens 1m². Um dem Bewegungsdrang der Tiere gerecht zu werden gilt natürlich „je größer desto besser“. Ein regelmäßiger und gesicherter Auslauf ist zu empfehlen.  

Standort 

Das Mittelhamstergehege soll an einem ruhigen Ort, ohne direkte Sonneneinstrahlung aufgestellt werden. Ebenso ist dauerhafter Lärm wie in der Nähe von Fernsehgeräten und Musikboxen zu vermeiden. Badezimmer, Küche, Flur, Kinderzimmer und feuchte, ungeheizte Räume sind ungeeignet. Da die Tiere nachts aktiv sind, ist ein Gehege im Schlafzimmer eher ungeeignet, da sie beim Nagen, Buddeln, Graben und Laufrad-Radeln einen beim Schlaf störenden Lärmpegel erzeugen können. Gut geeignet sind z.B. ruhige Arbeitszimmer.  

Einstreu 

Zunächst soll 20 cm hoch eingestreut werden. Wenn der Mittelhamster gerne buddelt, dann erhöht man die Einstreuhöhe auf 30 cm. Sollte der Mittelhamster kein Interesse am Buddeln zeigen, kann die Einstreuhöhe auf 10 cm verringert werden, jedoch nicht weniger! Es ist zu empfehlen die Einstreu immer mit Heu und/oder Stroh zu mischen bzw. anzubieten.  

Kleintierstreu/Holzeinstreu: 

Sehr weit verbreitet und günstig. Gänge können sehr gut angelegt werden und die Saugkraft ist gut. Doch die Kleintierstreu staubt stark, auch das staubfreie Einstreu. Dadurch wird die Lunge des Tieres belastet und die hervorstehenden Augen können gereizt werden und sich entzünden. Herkömmliches Holzstreu ist unökologisch, da Holz ein langsam nachwachsender Rohstoff ist. 

Hanfeinstreu: 

Sehr staubarm und umweltfreundlicher als die Kleintierstreu. Beim Kauf sollte auf die Struktur der Streu geachtet werden. Hanfstreu, welches eher aus kleinen und dicken Streu besteht, ist nicht gut für das Anlegen von Gängen geeignet, da diese immer wieder zusammenfallen.  

Strohhäcksel/Strohmehl: 

Es ist staubarm und angenehm weich und eignet sich auch zum Gänge bauen. Allerdings muss auch hier auf die Qualität geachtet werden.  

Leineneinstreu/Flachsstreu: 

Sehr weich, sehr staubarm, umweltfreundlicher als Kleintierstreu. Zum Gängebau weniger geeignet und muss mit anderem Streu gemischt werden.  

Weichholzgranulat: 

Gänge halten mit diesem Streu nicht gut und muss mit anderem Streu gemischt werden.  

Papierflockeneinstreu: 

Auch bekannt unter der Firma safebed®. Papiereinstreu eignet sich nicht als alleinige Einstreu. Es kann gut als Nistmaterial oder vorübergehend als Einstreu nach einer Operation verwendet werden. Es ist relativ kostenintensiv und kann auch selbst auch Toiletten- oder Küchenpapier hergestellt werden.  

Baumwolleinstreu: 

Als Einstreu nicht geeignet, man kann es jedoch als Nistmaterial verwenden.  

Stroh und Heupellets: 

Sind sehr hart und schwer. Gänge halten nicht, das Tier kann nicht graben und es ist unbequem. Es ist nicht als Einstreu geeignet.  

Sand: 

Ist nicht als Einstreu geeignet, Chinchillasand muss jedoch z.B. in Schalen als Sandbad angeboten werden.  

Nistmaterial 

Als Nistmaterial eignen sich unparfümierte Taschentücher, Küchentücher oder Toilettenpapier, getrocknete Blätter und Blüten, sowie Kokosfasern, Hanfwolle (Hanffasern) und Baumwolleinstreu/das Innere einer Kapok- bzw. Baumwollschote.  

Hamsterwatte und Stoffreste sind ungeeignet und gefährlich.  

Einrichtung 

Bei der Einrichtung des Hamsterheims muss auf Plastik und Gitteretagen verzichtet werden, dort besteht Verletzungsgefahr. Vorher sollte man sich Gedanken über die Gestaltung des Geheges machen, da große Veränderungen im Gehege den Hamster stressen könnten. Tonröhren, Korkröhren, Häuser, Pappröhren, Heunester, Weidebrücken, Heuberge, Buddelkästen und Äste eignen sich gut für die Gestaltung.  

Ein großes Mehrkammernhaus, in dem der Hamster mit seinen Vorräten viel Platz hat darf nicht vergessen werden. Auch mit dick gefüllten Backentaschen muss er problemlos durch die Tür passen, die Öffnungen müssen daher mindestens 7 cm groß sein! Das Schlafhaus muss mindestens eine Kantenlänge von etwa 30 cm aufweisen. Tiergerechter sind 2 oder mehr Häuser und Unterschlüpfe. Unterschlüpfe mit nur einem Ein- bzw. Ausgang sind gefährlich und dürfen nicht verwendet werden.  

Ein Laufrad darf auch nicht fehlen. Zu kleine Laufräder, Laufräder aus Gitter oder mit Verstrebungen sind nicht geeignet und gefährlich. Rückenkrümmungen, Einklemmen, Knochenbrüche, Strangulieren, etc. sind möglich. Plastiklaufräder könnten angenagt werden. Die verschluckten Plastikteile können zu Darmverletzungen führen.  

Deswegen muss darauf geachtet werden, dass die Laufräder aus einem splitterfreien Plastik bestehen, eine durchgehende Lauffläche haben und keinen Schereneffekt vorweisen.  

Das Laufrad muss einen Durchmesser von mindestens 27cm haben.  

Für die Fellpflege ist ein Sandbad mit Chinchillasand sehr wichtig. Es muss groß genug sein, damit der Mittelhamster nicht an die Kanten stößt. Das Sandbad sollte einen Durchmesser von mindestens 18 cm haben, z.B. einen großen, flachen Napf. Nur Chinchillasand ist geeignet für die empfindlichen Tiere. Vogelsand ist nicht geeignet.  

Eine saubere, nicht tropfende Trinkflasche oder Wassernapf, sowie ein feststehender, schwerer Futternapf für das Frischfutter dürfen nicht fehlen. 

Schwere Einrichtungsgegenstände dürfen niemals auf die Einstreu gestellt werden.  

Beschäftigung 

Erlebnisfutter sollte der Mittelhamster nicht missen müssen. Hirse, Flachs oder Getreideähren können einfach senkrecht in die Streu gesteckt werden. Auch Futterpflanzen wie z.B. kriechendes Schönpolster (Golliwoog®) können zeitweise angeboten werden und sind sehr beliebt bei den kleinen Nagern.  

Oder man baut seinem Hamster selber Spielzeug, z. B. einen Iglu/eine Höhle aus Toilettenpapier.  

Auslauf  

Laufkugeln/Joggingbälle dürfen niemals verwendet werden. Diese sind gefährlich! Sie sind zu klein und für das Tier extrem stressig! Auch Hamsterleinen sind nicht geeignet!  

Ein abwechslungsreich gestaltetes und ausbruchssicheres Auslaufgehege kann dem Mittelhamster in seinen Wachphasen angeboten werden. Sollte der Mittelhamster ängstlich, panisch und nicht neugierig und entspannt sein, muss der Auslauf abgebrochen werden.  

Reinigung 

Das Gehege darf nur teilweise gereinigt werden, damit der Geruch erhalten bleibt und der Hamster weniger gestresst wird. Am besten wird das Gehege gereinigt, wenn der Hamster wach ist. Der Hamster kann mit einer Klopapierrolle einfacher aus dem Gehege genommen und z.B. in den Auslauf gesetzt werden. Dann muss das Gehege zügig gereinigt werden. Die verbleibende Streu im ganzen Gehege verteilen und mit der neuen Streu vermischen, damit bleibt der bekannte Eigengeruch erhalten.  

Das Säuberungsintervall hängt von der Gehegegröße und dem Verschmutzungsgrad ab. Der Badesand sollte einmal wöchentlich gewechselt werden, wenn dieser als Toilette benutzt wird. Wenn dies nicht der Fall ist, kann der Sand auch weniger oft gewechselt werden.  

Toilettenecken müssen mindestens einmal wöchentlich gesäubert werden. 
  

UMGANG  

Hochnehmen 

Einige Mittelhamster werden schnell zahm und kommen von selbst auf die Hand. Ist dies nicht der Fall umfasst man am besten den Mittelhamster von den Seiten mit beiden Händen. Niemals das Tier von oben greifen. Dieser Raubtiergriff ängstigt das Tier. Alternativ können Klopapierrollen oder große Tassen zum Einfangen genutzt werden. Die Öffnungen werden von beiden Seiten verschlossen, sobald der Mittelhamster hineingekrochen ist.  

Pflege 

Täglich muss das Tier gefüttert werden und frisches Wasser gereicht bekommen. Auf die Gesundheit des Tieres sollte täglich geachtet werden. Außerdem muss die Einrichtung auf Nageschäden überprüft werden, um Unfälle durch defekte Einrichtung zu vermeiden.  

Regelmäßig sollte neues Material zum Nagen und Nestbau, sowie Erlebnisfutter bereitgestellt, die Toilettenecke gesäubert und das Sandbad gewechselt werden.    

Auch ist es ratsam das Gewicht einmal in der Woche zu kontrollieren.  

VERHALTEN 

  • Normalerweise geben Mittelhamster keine Geräusche von sich. Jedoch können ängstliche Mittelhamster fauchen oder er zwickt oder beißt. In diesem Falle braucht der Mittelhamster viel Ruhe. 
  • Sollte der Hamster sich strecken und die Backentaschen aufblasen, dann ist er verärgert und könnte beißen. Der Hamster braucht in diesem Fall seine Ruhe und darf nicht bedrängt werden. 
  • Ein übermäßiges Laufen im Rad könnte auf Stress hindeuten. 
  • Leises Fiepen sollte nicht ignoriert werden. Es könnte Nachwuchs sein oder der Mittelhamster hat evtl. eine Lungenerkrankung.  

ERNÄHRUNG  

Körnerfutter 

Eine Körnermischung enthält viele Bestandteile, welche die Tiere auch in der Natur zu sich nehmen. Ebenfalls stellt sie die Grundernährung sicher. Täglich müssen 2 Esslöffel ausgewogenes Trockenfutter gegeben werden.  

Gutes Körnerfutter enthält keinen Zucker, Honig oder Melasse, künstliche Geschmacksverstärker, Lock- und Farbstoffe, synthetischen Konservierungsmittel, sowie nur wenige fettige Bestandteile (z.B. Nüsse oder Sonnenblumenkerne), sondern viele verschiedene Kleinsämereien. Der Hamster muss langsam an neues Futter gewöhnt werden.  

Geeignetes Futter findet man meistens nur in Internetshops, welche sich speziell auf Nagetierfutter spezialisiert haben. Die in den Zoofachhandel vertretenden Marken bieten meistens kein artgerechtes Futter an. Dennoch ist das Futter aus Internetshops nicht teurer, als Futter aus einem Laden und kann bequem bestellt werden.  

In der Natur ist die Futtersuche die Hauptbeschäftigung des Hamsters. Damit er auch in der Heimtierhaltung dieses Verhalten ausreichend ausleben kann, streut man das Futter übers ganze Gehege verteil über die Einstreu. Können Hamster kein Futter sammeln (hamstern) fühlen sie sich unwohl, daher ist es ratsam immer etwas mehr zu verfüttern als tatsächlich benötigt wird. Bei der wöchentlichen Kontrolle kann man wieder etwas vom gesammelten Futter aus der Vorratskammer entnehmen, aber niemals das ganze Futter, das würde den Hamster zu sehr unter Stress setzen. In der Natur sammeln Mittelhamster Vorräte für den Winter.  

Grünfutter 

Verschiedene Gemüsesorten (z. B. Gurke, Zucchini, Paprika, Möhre, Brokkoli), essbare Kräuter sollten auf dem Speiseplan stehen. Es muss stets frisch und gründlich abgewaschen sein. Auf Obst sollte gänzlich verzichtet oder nur selten in kleinen Mengen gegeben werden.

Eiweißfutter 

Mittelhamster benötigen Eiweißfutter für ihre Nährstoffversorgung. Gerne angenommen werden z.B. getrocknete oder lebende Mehlwürmer, Heimchen oder Grillen und müssen täglich gegeben werden. Jungtiere und tragende bzw. stillende Mütter benötigen größere Rationen.  

Fleisch, Fisch und Milchprodukte, sowie Ei sind keine natürlichen Eiweißquellen und somit nicht empfehlenswert, außerdem besteht bei Nagern die Gefahr von Laktoseintoleranz.  

Nährstoffpräparate 

Nährstoffpräparate sind bei ausgewogener Ernährung nicht erforderlich und einige auf Dauer sogar gesundheitsgefährdend (z. B. Salzlecksteine).  

Leckerlis

Leckerlis wie Nüsse, Sonnenblumen-, Pinien- und Kürbiskerne enthalten wichtige Nährstoffe, sind aber auch sehr fetthaltig und daher nicht zu oft anzubieten. Gerne können Karotten-, Apfel-, Zucchini- und ungezuckerte Bananenchips gefüttert werden. Auch Gojibeeren sind sehr beliebt.  

Fertige Leckerlis, wie z.B. Joghurtdrops, Knabberstangen oder Biskuits sollten niemals gefüttert werden, da sie gesundheitsschädigend für den Hamster sind!   

Wasser 

Frisches Wasser im Napf oder einer Tränke muss ständig zur Verfügung stehen und mindestens einmal täglich erneuert werden. Die Tränke sollte dabei auf Funktionsfähigkeit kontrolliert werden.  

GESUNDERHALTUNG  

Gesundheitscheck 

Hamster zeigen Krankheiten recht spät, deshalb sollte der Hamster immer gut beobachten werden, um Krankheiten rechtzeitig zu erkennen: 

  • Isst der Mittelhamster normal? 
  • Ist sein Verhalten auffällig? 
  • Ist sein Fell struppig? 
  • Sind die Augen trüb oder verklebt? 
  • Ist der After verklebt? 
  • Füllt und entleert er seine Backentaschen normal und hält er sein Gewicht?  
Wenn sich der Hamster anders als normal verhält oder Ihnen Krankheitszeichen auffallen, dann muss unverzüglich ein hamstererfahrener Tierarzt aufgesucht werden!   

Die häufigsten Erkrankungen  

Abszesse: 

Können sich z.B. durch Verletzungen bilden, aber auch die Duftdrüse am Bauch kann verschmutzen und sich verstopfen, wodurch ein schmerzhafter Abszess entsteht.  

Tumore: 

Leider erkranken Mittelhamster oft an Tumoren, die früh erkannt und operiert werden sollten.  

Fellverlust: 

Kann auf Parasiten oder einen Pilz hinweisen.  

Durchfall: 

Ist sehr ernst zu nehmen. Die Ursache muss gefunden werden. Ein Grund können z.B. Würmer sein, aber auch eine Futterunverträglichkeit.  

Gewichtsverlust: 

Das Gewicht des Mittelhamsters kann aus verschiedenen Gründen variieren: 

  • Gefüllte oder geleerte Backentaschen 
  • Jahreszeitlich bedingt 
  • Altersbedingt (ältere Tiere verlieren an Substanz) 
  • Krankheitsbedingt bei Durchfall 
  • Futterverweigerung  

Es ist daher zu empfehlen das Gewicht regelmäßig zu kontrollieren. Sollte der Hamster fortlaufend an Gewicht verlieren, muss ein hamstererfahrener Tierarzt aufgesucht werden.

 © Text: Glückliche Nager

Informationen zum herunterladen:

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