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Zwerghamster

SYSTEMATIK

  • Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
  • Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
  • Familie: Wühler (Cricetidae)
  • Unterfamilie: Hamster (Cricetinae)
  • Gattung: Kurzschwanz-Zwerghamster (Phodopus)
  • Langschwanz-Zwerghamster (Cricetulus)

ARTEN

In der Heimtierhaltung haben sich die folgenden vier Zwerghamsterarten besonders durchgesetzt:

  • Dsungarische Zwerghamster
  • Campbell Zwerghamster
  • Roborowski Zwerghamster
  • Chinesischer Streifenhamster

STECKBRIEF

Dsungarischer Zwerghamster (Phodopus sungorus)

  • Größe: 9 – 10 cm
  • Gewicht: 35 – 60 Gramm
  • Alter: 1,5 – 3 Jahre
  • Herkunft: Der Dsungarische Zwerghamster bewohnt die Steppengebiete von Kasachstan und Südwest Sibirien.

Campbell Zwerghamster (Phodopus sungorus campbelli)

  • Größe: 8 – 9 cm
  • Gewicht: 35 – 60 Gramm
  • Alter: 1,5 – 3 Jahre
  • Herkunft: Der Campbell Zwerghamster bewohnt ebenfalls Steppengebiete. Jedoch trifft man ihn in der Mongolei, Mandschurei und auch in Nordchina, sowie im südlichen Zentralsibirien an.

Roborowski Zwerghamster (Phodopus roborovskii)

  • Größe: 7 – 9 cm
  • Gewicht: 25 – 40 Gramm
  • Alter: 1,5 – 2,5 Jahre
  • Herkunft: Die kleinste in der Heimtierhaltung vertretene Zwerghamsterart lebt im Gegensatz zu seinen Vorgängern in den Wüsten und Halbwüsten Ostkasachstans und Nordchinas.

Chinesischer Streifenhamster (Cricetulus griseus)

  • Größe: 9 – 10 cm
  • Gewicht: 30 – 50 Gramm
  • Alter: 2 – 4 Jahre
  • Herkunft: Der relativ langschwänzige chinesische Streifenhamster zählt die Mongolei, den Norden Chinas, Korea und Südsibirien zu seinen natürlichen Verbreitungsgebieten.

Hybride

Hybriden sind das Ergebnis von Verpaarungen zwei verschiedener Tierarten. In der Heimtierhaltung kommen solche Hybriden bei Zwerghamstern oft vor.

In der Vergangenheit wurden besonders Campbell und Dsungarische Zwerghamster gekreuzt. Die einen taten dies aus Unwissenheit, dass es sich um zwei

verschiedene Zwerghamsterarten handelte, andere um neue Farbvarianten zu erzeugen. Dies geschah allerdings auf Kosten der Tiere, denn diese Verpaarungen

brachten viele Mutationen und krankhafte, sowie unfruchtbare Tiere. Dennoch gelang es Züchtern mit den Hybriden weiter zu züchten.

Heute gibt es kaum noch artenreine Dsungarische Zwerghamster und auch viele Campbell Zwerghamster sind nicht mehr artenrein. Man muss davon ausgehen, dass

es sich bei allen als Dsungarische Zwerghamster angebotene Tiere, um Dsungaren-Campbell-Hybriden handelt, da es zurzeit nur noch zwei Züchter in

Deutschland gibt, die artenreine Dsungaren züchten.

Hybriden benötigen aufgrund ihrer Diabetesanfälligkeit eine spezielle Ernährung 
 

Außer in der Heimtierhaltung kommt der Zwerghamster auch als Versuchstier in Laboren zum Einsatz.

EIGNUNG

Diese Tiere sind zwar klein, haben aber große Ansprüche. Werden diese erfüllt ist die Haltung unkompliziert und man kann sich gut mit den Tieren

beschäftigen. Zwerghamster sind weniger gut für Kinder geeignet, da sie einen sehr zierlichen Körperbau haben und außerdem dämmerungs- und nachtaktiv sind.

Dadurch wird das Kind den Zwerghamster wohl eher selten zu Gesicht bekommen. Das Wecken am Tage bedeutet großen Stress für das Tier und kann das Leben

verkürzen. Deshalb darf ein Hamster nur für unvermeidliche Situationen geweckt werden, zum Beispiel für einen Tierarztbesuch. Sollte ein Tier für ein Kind

angeschafft werden, dann muss einem klar sein, dass immer die Eltern die Verantwortung tragen müssen, das heißt auch spontan zum (Notfall-)Tierarzt zu

fahren und für eine artgerechte Haltung zu sorgen.

HALTUNG

Einzelhaltung

Einige Zwerghamster leben in der freien Wildbahn im Familienverband (monogam), auch in Gefangenschaft leben sie mitunter eine Zeit lang friedlich mit ihren

Artgenossen zusammen. Paare sorgen dann allerdings alle 4 -5 Wochen für Nachwuchs. Gleichgeschlechtliche Tiere vertragen sich nach der Geschlechtsreife

meist nicht mehr und müssen getrennt werden, sobald sie sich streiten oder massiv angreifen.

Deshalb empfehlen wir Zwerghamster auch in der Heimtierhaltung einzeln zu halten!

ANSCHAFFUNG

Bezugsquellen

Wir raten deutlich davon ab Tiere aus einem Zoofachhandel oder ähnlichem zu kaufen. Diese Tiere stammen meistens aus Massenproduktionen, von unseriösen

Zuchten oder aus privaten unkontrollierten Vermehrungen. Die Voraussetzungen unter denen die Tiere gezüchtet werden sind in der Regel nicht artgerecht und

auch die Tiere können in der Heimtierhaltung Schwierigkeiten machen. Ein Beispiel ist das zu frühe Trennen von den Elterntieren. Dadurch konnten wichtige

Verhaltensweisen, wie zum Beispiel das soziale Miteinander nicht genügend erlernt werden. Kauft man Tiere aus diesen Quellen, unterstützt man diese

tierquälerischen Praktiken.

Weitere Informationen zu dieser Thematik:

Gegen Zoolädenkäufe

In Tierheimen oder bei Tierschutzorganisationen warten viele Zwerghamster auf ein neues Zuhause. Auch erhält man hier eine kompetente Beratung und gute

Tipps.

Anschaffungs- laufende Kosten

Anschaffungskosten   Laufende Kosten je Monat  
       
Zwerghamster (Preis/Schutzgebühr): 5-15€ pro Tier Futter und Einstreu: ab 8€
Gehege:      
Eigenbau/Aquarium: ab 50€ unregelmäßige Kosten:  
artgerechte Gehege aus dem Handel Ab 100€ Tierarztbesuch (je nach Diagnose und Behandlung, sowie Region): 10€ – 100€
Einrichtung: ab 50€ Eine Rücklage für den Tierarztbesuch sollte immer vorhanden sein! 100€
Einstreu: ab 5€    
Futtermischung: ab 5€    

Häufig dürfen Zwerghamster nicht aus ihrem Gehege entnommen und transportiert werden. Bei der Anschaffung oder anstehenden Tierarztbesuchen ist dies

allerdings unumgänglich. Zwerghamster sollten so spät wie möglich transportiert werden, am besten, wenn der Zwerghamster wach ist. Idealerweise wird der

Zwerghamster in ausbruchssicheren Transportboxen transportiert, dafür eignen sich besonders gut Faunaboxen. Diese darf nicht zu klein sein und wird am

besten hoch mit der Einstreu aus dem Gehege befüllt. Heu und eine Klopapierrolle dienen als Versteckmöglichkeit und ein paar Körnchen und Leckerchen als

Ablenkung. Für die Wasserversorgung sollte ein Stück Gurke in die Transportbox gelegt werden.

Eingewöhnung

Das Gehege sollte vor der Ankunft fertiggestellt sein. Die Transportbox wird am besten in das Gehege gelegt, mit der Öffnung zur Seite. Das Tier bitte

danach alleine lassen, es wird die Transportbox selbstständig verlassen, wenn es sich sicher fühlt. Der Zwerghamster sollte sich nun ein paar Tage

eingewöhnen. Verhält sich das Tier sicherer und neugierig, dann kann man sich mit ein paar Leckerchen mit ihm anfreunden.

GEHEGE

Gehegearten/Haltungsformen

Gitterkäfig:

Die meisten Gitterkäfige sind nicht für die Haltung von Zwerghamstern geeignet. Sie sind in der Regel zu klein, ausreichend große Gitterkäfige sind schwer

zu finden und kosten im Vergleich zu anderen Gehegen viel mehr Geld. Die Plastikwanne ist oft viel zu niedrig, um hoch genug einzustreuen. Beim Buddeln und

Graben fällt Streu durch das Gitter und verunreinigt die Umgebung. Die Gitterstäbe werden oft angenagt, was ungesund sein kann und laut ist. Die Tiere

klettern an den Gittern hoch und lassen sich fallen, was ein erhöhtes Verletzungsrisiko mit sich bringt. Durch die Gitter ist die Sicht auf das Tier stark

eingeschränkt. Damit das Tier nicht entwischt, darf der Gitterabstand nicht größer als 0,8 cm betragen. Daher sind übliche Meerschweinchen/Kaninchenkäfige

nicht geeignet.

Aquarien:

Aquarien eignen sich sehr gut für die Haltung. Man kann hoch einstreuen und es fliegt auch keine Einstreu heraus. Das Tier kann sich nicht verletzen und

keine Gitter annagen. Wenn das Aquarium nicht höher als breit ist, dann ist auch eine gute Luftzirkulation gewährleistet. Eine Abdeckung ist nicht

unbedingt nötig, wenn darauf geachtet wird, dass der Hamster nicht herausklettern kann, diese Fähigkeit darf man nicht unterschätzen, denn Hamster haben

sehr kräftige Vorderpfoten und können sich gut damit hochziehen.

Terrarien:

Diese sind aufgrund der schlechteren Belüftung nur bedingt geeignet. Auch kann oft nicht hoch genug eingestreut werden, da die Streu aus den Türen

herausfliegt, wenn diese geöffnet werden. Anders als beim Aquarium kann man von vorne in das Gehege greifen, dadurch fühlt sich das Tier nicht bedroht.

Eigenbau/Nagerschrank:

Bei Eigenbauten muss beachtet werden, dass hoch eigestreut werden kann, der Luftaustausch gewährleistet ist und die Einrichtung gut hineinpasst. Sie sind

im Vergleich zu den anderen Varianten oft günstiger. Anleitungen zum Bau eines Eigenbaus findet man im Internet. Aber auch wir können bei der Planung

behilflich sein.

Größe

Für einen Zwerghamster empfehlen wir eine Gehegegrundfläche von mindestens 120 x 50 cm (oder vergleich bar). Um dem Bewegungsdrang der Tiere gerecht zu

werden gilt natürlich „je größer desto besser“. Ein regelmäßiger und gesicherter Auslauf ist zu empfehlen.

Standort

Das Zwerghamstergehege soll an einem ruhigen Ort, ohne direkte Sonneneinstrahlung aufgestellt werden. Ebenso ist dauerhafter Lärm wie in der Nähe von

Fernsehgeräten und Musikboxen zu vermeiden. Badezimmer, Küche, Flur, Kinderzimmer und feuchte, ungeheizte Räume sind ungeeignet. Da die Tiere nachts aktiv

sind, ist ein Gehege im Schlafzimmer eher ungeeignet, da sie beim Nagen, Buddeln, Graben und Laufrad-Radeln einen beim Schlaf störenden Lärmpegel erzeugen

können. Gut geeignet sind z.B. ruhige Arbeitszimmer.

Einstreu

Zunächst soll 20 cm hoch eingestreut werden. Wenn der Zwerghamster gerne buddelt, dann erhöht man die Einstreuhöhe auf 30 cm. Sollte der Zwerghamster kein

Interesse am Buddeln zeigen, kann die Einstreuhöhe auf 10 cm verringert werden, jedoch nicht weniger! Es ist zu empfehlen die Einstreu immer mit Heu

und/oder Stroh zu mischen bzw. dieses anzubieten.

Kleintierstreu/Holzeinstreu:

Sehr weit verbreitet und günstig. Gänge können sehr gut angelegt werden und die Saugkraft ist gut. Doch die Kleintierstreu staubt stark, auch das

staubfreie Einstreu. Dadurch wird die Lunge des Tieres belastet und die hervorstehenden Augen können gereizt werden und sich entzünden. Herkömmliches

Holzstreu ist unökologisch da Holz ein langsam nachwachsender Rohstoff ist.

Hanfeinstreu:

Sehr staubarm und umweltfreundlicher als der Kleintierstreu. Beim Kauf sollte auf die Struktur der Streu geachtet werden. Hanfstreu, welches eher aus

kleinen und dicken Streu besteht, ist nicht gut für das Anlegen von Gängen geeignet, da diese immer wieder zusammenfallen.

Strohhäcksel/Strohmehl:

Es ist staubarm und angenehm weich und eignet sich auch zum Gänge bauen. Allerdings muss auch hier auf die Qualität geachtet werden.

Leineneinstreu/Flachsstreu:

Sehr weich, sehr staubarm, umweltfreundlicher als Kleintierstreu. Zum Gängebau weniger geeignet und muss mit anderem Streu gemischt werden.

Weichholzgranulat:

Gänge halten mit diesem Streu nicht gut und muss mit anderem Streu gemischt werden.

Papierflockeneinstreu:

Auch bekannt unter der Firma safebed®. Papiereinstreu eignet sich nicht als alleinige Einstreu. Es kann gut als Nistmaterial oder vorübergehend als

Einstreu nach einer Operation verwendet werden. Es ist relativ kostenintensiv und kann auch selbst auch Toiletten- oder Küchenpapier hergestellt werden.

Baumwolleinstreu:

Als Einstreu nicht geeignet, man kann es jedoch als Nistmaterial verwenden.

Stroh- und Heupellets:

Sind sehr hart und schwer. Gänge halten nicht, das Tier kann nicht graben und es ist unbequem. Es ist nicht als Einstreu geeignet.

Sand:

Ist nicht als Einstreu geeignet, es kann aber abgegrenzt ein Sandbereich angeboten werden. Bei Roborowski Zwerghamster ist 1/3 Grundfläche mit

Chinchillasand zu empfehlen. Chinchillasand muss jedoch immer, z.B. in Schalen, als Sandbad zur Fellpflege angeboten werden.

Nistmaterial

Als Nistmaterial eignen sich unparfümierte Taschentücher, Küchentücher oder Toilettenpapier oder Papierflockeneinstreu, getrocknete Blätter und Blüten,

sowie Kokosfasern, Hanfwolle (Hanffasern) und Baumwolleinstreu/das Innere einer Kapok- bzw. Baumwollschote.

 

Hamsterwatte und Stoffreste sind ungeeignet und gefährlich.

Einrichtung

Bei der Einrichtung des Hamsterheims muss auf Plastik und Gitteretagen verzichtet werden, dort besteht Verletzungsgefahr. Vorher sollte man sich Gedanken

über die Gestaltung des Geheges machen, da große Veränderungen im Gehege den Hamster stressen könnten. Tonröhren, Korkröhren, Häusern, Pappröhren,

Heunestern, Weidenbrücken, Heubergen, Buddelkästen und Äste eignen sich gut für die Gestaltung.

Ein großes Mehrkammernhaus, in dem der Hamster mit seinen Vorräten viel Platz hat darf nicht vergessen werden. Auch mit dick gefüllten Backentaschen muss

er problemlos durch die Tür passen, die Öffnungen müssen daher mindestens 5 cm groß sein! Das Schlafhaus muss mindestens eine Kantenlänge von etwa 14 cm

aufweisen. Tiergerechter sind 2 oder mehr Häuser und Unterschlüpfe. Unterschlüpfe mit nur einem Ein- bzw. Ausgang sind gefährlich und dürfen nicht

verwendet werden.

Ein Laufrad darf auch nicht fehlen. Zu kleine Laufräder, Laufräder aus Gitter oder mit Verstrebungen sind nicht geeignet und gefährlich. Rückenkrümmungen,

Einklemmen, Knochenbrüche, Strangulieren etc. sind möglich. Plastiklaufräder könnten angenagt werden, die verschluckten Plastikteile können zu

Darmverletzungen führen.

Deswegen muss darauf geachtet werden, dass die Laufräder aus einem splitterfreien Plastik oder Holz bestehen, eine durchgehende Lauffläche haben und keinen Schereneffekt vorweisen. Das Laufrad muss einen Durchmesser von mindestens 25 cm haben. 

Für die Fellpflege ist ein Sandbad mit Chinchillasand sehr wichtig. Es muss groß genug sein, damit der Zwerghamster nicht an die Kanten stößt. Das Sandbad

sollte einen Durchmesser von mindestens 15 cm haben, z.B. einen großen, flachen Napf. Nur Chinchillasand ist geeignet für die empfindlichen Tiere.

Vogelsand ist nicht geeignet.

Ein sauberer Wassernapf, sowie ein feststehender und schwerer Futternapf für das Frischfutter dürfen nicht fehlen. 

Schwere Einrichtungsgegenstände dürfen niemals auf die Einstreu gestellt werden, um ein Untergraben zu vermeiden.

Beschäftigung

Erlebnisfutter sollte der Zwerghamster nicht missen müssen. Hirse, Flachs oder Getreideähren können einfach senkrecht in die Streu gesteckt werden. Auch

Futterpflanzen wie z.B. kriechendes Schönpolster (Golliwoog®) können zeitweise angeboten werden und sind sehr beliebt bei den kleinen Nagern.

Oder man baut seinem Hamster selber Spielzeug, z. B. einen Iglu/eine Höhle aus Toilettenpapier.

Auslauf

Laufkugeln/Joggingbälle dürfen niemals verwendet werden. Diese sind gefährlich! Sie sind zu klein und für das Tier extrem stressig! Auch Hamsterleinen sind nicht geeignet!

Ein abwechslungsreich gestaltetes und ausbruchssicheres Auslaufgehege kann dem Zwerghamster in seinen Wachphasen angeboten werden. Sollte der Zwerghamster

ängstlich, panisch und nicht neugierig und entspannt sein, muss der Auslauf abgebrochen werden.

Reinigung

Das Gehege darf nur teilweise gereinigt werden, damit der Geruch erhalten bleibt und der Hamster weniger gestresst wird. Am besten wird das Gehege

gereinigt, wenn der Hamster wach ist. Der Hamster kann mit einer Klopapierrolle einfacher aus dem Gehege genommen und z.B. in den Auslauf gesetzt werden.

Dann muss das Gehege zügig gereinigt werden. Die verbleibende Streu im ganzen Gehege verteilen und mit der neuen Streu vermischen, damit bleibt der

bekannte Eigengeruch erhalten.

Das Säuberungsintervall hängt von der Gehegegröße und des Verschmutzungsgrades ab. Der Badesand sollte einmal wöchentlich gewechselt werden, wenn dieser

als Toilette benutzt wird. Wenn dies nicht er Fall ist kann der Sand auch weniger oft gewechselt werden. Toilettenecken und der Schlafbereich müssen einmal wöchentlich kontrolliert und ggf. gesäubert werden.

UMGANG 

Hochnehmen

Einige Zwerghamster werden schnell zahm und kommen von selbst auf die Hand. Ist dies nicht der Fall umfasst man am besten den Zwerghamster von den Seiten

mit beiden Händen. Niemals das Tier von oben greifen. Dieser Raubtiergriff ängstigt das Tier. Alternativ können Klopapierrollen oder große Tassen zum

Einfangen genutzt werden. Die Öffnungen werden von beiden Seiten verschlossen, sobald der Zwerghamster hineingekrochen ist.

Pflege

Täglich müssen die Tiere gefüttert, mit frisches Wasser versorgt und der Gesundheitszustand überprüft werden. Außerdem muss die Einrichtung auf Nageschäden

kontrolliert werden, um Unfälle durch defekte Einrichtung zu vermeiden.

Regelmäßig sollte neues Material zum Nagen und Nestbau, sowie Erlebnisfutter bereitgestellt, die Toilettenecke gesäubert und das Sandbad gewechselt werden.

Auch ist es ratsam das Gewicht einmal in der Woche zu kontrollieren.

VERHALTEN

  • Normalerweise geben Zwerghamster keine Geräusche von sich. Jedoch können ängstliche Zwerghamster fauchen oder er zwickt oder beißt. In diesem Falle braucht der Zwerghamster viel Ruhe.
  • Sollte der Hamster sich strecken und die Backentaschen ausblasen, dann ist er verärgert und könnte beißen. Der Hamster sollte in Ruhe gelassen und nicht bedrängt werden.
  • Ein übermäßiges Laufen im Rad könnte auf Stress hindeuten.
  • Leises Fiepen sollte nicht ignoriert werden. Es könnte Nachwuchs sein oder der Zwerghamster hat evtl. eine Lungenerkrankung.

ERNÄHRUNG 

Körnerfutter

Eine Körnermischung enthält viele Bestandteile, welche die Tiere auch in der Natur zu sich nehmen. Ebenfalls stellt sie die Grundernährung sicher. Täglich

müssen 1 Esslöffel ausgewogenes Trockenfutter gegeben werden.

Gutes Körnerfutter enthält keinen Zucker, Honig oder Melasse, künstliche Geschmacksverstärker, Lock- und Farbstoffe, synthetischen Konservierungsmittel,

sowie nur wenige fettige Bestandteile (z.B. Nüsse oder Sonnenblumenkerne), sondern viele verschiedene Kleinsämereien. Der Hamster muss langsam an neues

Futter gewöhnt werden.

Geeignetes Futter findet man meistens nur in Internetshops, welche sich speziell auf Nagetierfutter spezialisiert haben. Die in den Zoofachhandel

vertretenden Marken bieten meistens kein artgerechtes Futter an. Dennoch ist das Futter aus Internetshops nicht teurer, als Futter aus einem Laden und kann

bequem bestellt werden.

In der Natur ist die Futtersuche die Hauptbeschäftigung des Hamsters. Damit er auch in der Heimtierhaltung dieses Verhalten ausreichend ausleben kann,

streut man das Futter übers ganze Gehege verteil über die Einstreu. Können Hamster kein Futter sammeln (hamstern) fühlen sie sich unwohl, daher ist es

ratsam immer etwas mehr zu verfüttern als tatsächlich benötigt wird. Bei der wöchentlichen Kontrolle kann man wieder etwas vom gesammelten Futter aus der

Vorratskammer entnehmen, aber niemals das ganze Futter, das würde den Hamster zu sehr unter Stress setzen. In der Natur sammeln Zwerghamster Vorräte für

den Winter.

Grünfutter

Verschiedene Gemüsesorten (z. B. Gurke, Zucchini, Paprika, Möhre, Brokkoli), essbare Kräuter, gelegentlich etwas Obst (aufgrund des hohen

Fruchtzuckergehalts höchstens 1 x pro Woche für Zwerghamster) sollten auf dem Speiseplan stehen. Es muss stets frisch und gründlich abgewaschen sein.

Eiweißfutter

Zwerghamster benötigen Eiweißfutter für ihre Nährstoffversorgung. Gerne angenommen werden z.B. getrocknete oder lebende Mehlwürmer, Heimchen oder Grillen

und müssen täglich gegeben werden. Jungtiere und tragende bzw. stillende Mütter benötigen größere Rationen.

Fleisch, Fisch und Milchprodukte, sowie Ei sind keine natürlichen Eiweißquellen und somit nicht empfehlenswert, außerdem besteht bei Nagern die Gefahr

von Laktoseintoleranz.

Nährstoffpräparate

Nährstoffpräparate sind bei ausgewogener Ernährung nicht erforderlich und einige auf Dauer sogar gesundheitsgefährdend (z. B. Salzlecksteine).

Leckerchen

Leckerchen wie Nüsse, Sonnenblumen-, Pinien- und Kürbiskerne enthalten wichtige Nährstoffe, sind aber auch sehr fetthaltig und daher nicht zu oft

anzubieten. Gerne können Karotten-, Apfel-, Zucchini- und ungezuckerte Bananenchips gefüttert werden. Auch Gojibeeren sind sehr beliebt.

Fertige Leckerchen, wie z.B. Joghurtdrops, Knabberstangen oder Biskuits sollten niemals gefüttert werden, da sie gesundheitsschädigend für den Hamster

sind!

Wasser

Frisches Wasser im Napf muss ständig zur Verfügung stehen und mindestens einmal täglich erneuert werden.

Ernährung von Campbell Zwerghamstern und Hybriden

Zu den oben genannten Dingen gilt folgendes zusätzlich:

Körnerfutter

Diabetesgerechtes Trockenfutter sollte kein getrocknetes Obst, Trockengemüse, Mais und Johannisbrot, Flocken, Pellets, fertige Leckerlies und Weizen

enthalten.

Positiv wirken: Buchweizen, Gerste, naturnahe Bestandteile, wie Grassamen, Hirse und getrocknete Kräuter.

Grünfutter

Folgendes darf gerne gefüttert werden: Salat, Kräuter, Löwenzahn, Brokkoli, Mangold, Gurke, Zucchini, Sellerie, Schwarzwurzel, Petersilienwurzel, Kürbis,

Fenchel und Sprossen.

Darauf sollte verzichtet werden: Obst, sowie rotes, oranges und gelbes Gemüse, wie z.B. Paprika, Karotte oder Tomate.

Leckerchen

Getrocknetes Obst oder Gemüse ist nicht geeignet.

GESUNDERHALTUNG

Gesundheitscheck

Hamster zeigen Krankheiten recht spät an, deshalb sollte der Hamster immer gut beobachten werden, um Krankheiten rechtzeitig zu erkennen:

  • Isst der Zwerghamster normal?
  • Ist sein Verhalten auffällig?
  • Ist sein Fell struppig?
  • Sind die Augen trüb oder verklebt?
  • Ist der After verklebt?
  • Füllt und entleert er seine Backentaschen normal und hält er sein Gewicht?

Wenn sich der Hamster anders als normal verhält oder Ihnen Krankheitszeichen auffallen, dann muss unverzüglich ein hamstererfahrener Tierarzt

aufgesucht werden!

Die häufigsten Erkrankungen

Diabetes: Zum Thema „Diabetes beim Zwerghamster“ möchten wird darum bitten die folgenden Beiträge zu lesen: diebrain 

Diabeteshamster – Gemeinschaftsblog über Diabetes bei Zwerghamstern: http://diabeteshamster.blogspot.com/ 

Hier kann man auch aktiv seine Erfahrungen mit Diabeteshamstern einbringen!

Abszesse: Können sich z.B. durch Verletzungen bilden, aber auch die Duftdrüse am Bauch kann verschmutzen und sich verstopfen, wodurch ein schmerzhafter Abszess

entsteht.

TumoreLeider erkranken Zwerghamster oft an Tumoren, die früh erkannt und operiert werden sollte.

Fellverlust: Kann auf Parasiten oder einen Pilz hinweisen.

Durchfall: Ist sehr ernst zu nehmen. Die Ursache muss gefunden werden. Ein Grund können z.B. Würmer sein, aber auch eine Futterunverträglichkeit.

Gewichtsverlust: Das Gewicht des Zwerghamsters kann aus verschiedenen Gründen variieren:

  • Gefüllte oder geleerte Backentaschen
  • Jahreszeitlich bedingt
  • Altersbedingt (ältere Tiere verlieren an Substanz)
  • Krankheitsbedingt bei Durchfall

Futterverweigerung

Es ist daher zu empfehlen das Gewicht regelmäßig zu kontrollieren. Sollte der Hamster fortlaufend an Gewicht verlieren, muss ein hamstererfahrener Tierarzt

aufgesucht werden.

© Text: Glückliche Nager

Informationen zum herunterladen:

Futterliste 

Starterpack

Flyer

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